Auf dem Polenweg nach Chur

12.10. | 17 km | Parpan nach Chur



Vom idyllisch gelegenen Parpan aus führte ein angenehmer Weg bis nach Churwalden hinunter. Von hier aus ging es auf dem Polenweg bis nach Passugg. Der Polenweg trägt seinen Namen, weil 1940-44 Polen den Weg ausgebaut haben. Passugg ist wegen den in der Rabiosaschlucht entspringenden Mineralquellen, die verschiedene Trink- und Heilwasser in vorzüglicher Qualität liefern, weit über die Region hinaus bekannt. Schliesslich erreichten wir mit müden Beinen Chur, die älteste Stadt der Schweiz.





Der Polenweg gestaltete sich mit angenehmen Gefälle und gut ausgebaut. Das letzte Stück nach Passugg war steiler, aber gut zu bewältigen. Von hier aus ging es allerdings schnurstracks in die Zivilisation. Das ist insofern die Hölle, als das man die Tage vorher in so friedlicher Stille unterwegs war. Aber gut, Alternativen gab es nicht. Faro ist aber die Ruhe selbst. Wie gestern schon erwähnt, findet sie Blumentöpfe weitaus schlimmer, als den Stadtverkehr und so ist sie ganz brav mit mir quer durch Chur gezottelt. Obschon sie gegen Ende, wie ich auch, etwas genervt war. Kurz vor dem Ziel türmte sich eine riesige Konstruktion vor uns auf - das "Big Air Festival" u.a. mit Freeski und Snowboard Weltcup - öhm okay, aktuell sind es 10 Grad, so von wegen Schnee und so. Ticketbesitzer dürfen gespannt sind.



Heute war auch so ein Tag der Neugierigen. Schon am Morgen in Parpan sprach mich eine ältere Dame auf mein Vorhaben an. Zugleich bewunderte sie auch die Hufschuhe, welche sie als gute Alternative zu Eisenbeschlägen sieht, finde ich übrigens auch, obschon alles sein Für und Wider hat... Aber an dieser Stelle soll nicht weiter auf diese endlos Diskussion eingegangen werden. Am Ortseingang von Chur sprach mich ein adretter Mann an ob er mir helfen könne. Da zwei Pferde nebenan auf der Weide standen, dachte ich mir, dass ein kleines Pläuschchen nichts schaden kann. Seine Frau stiess zu uns und es wurde ein längeres Gespräch - Pferdeleute eben. Beide kamen dann auch zu dem Entschluss, dass ich meinen geplanten Weg bis zum Ziel so fortsetzen sollte. Eine weitere nette Begegnung an diesem Tag. Zu guter Letzt kam noch ein Gespräch mit zwei neugierigen Damen von der Kasse des Schwimmbades dazu. Der Stall in dem Faro untergebracht ist, befindet sich mitten in den Sportanlagen Obere Au und so entschied ich mich heute Abend für ein Auswärtsessen im Sportrestaurant. Na jedenfalls waren die Damen etwas verwirrt über mein "Aufzug" und so kam ein schöner, interessanter Wortwechsel über meine Reise zustande.